SuperVision! MODULE


Modul G
Fritz Weilharter: Spezielle Dynamiken in Organisationen
14.06.2018 9.00-17.00 (8EH)

zusammengefasst von Martin Ritsch

Aufbauend auf sein Seminar im vergangenen Jahr über die unterschiedlichen Beratungsformate in der Supervision hat uns Fritz Weilharter mit einer differenzierten Sicht auf Unternehmen eine wunderbare Ergänzung geboten.

Im Dreieck von Strategie, Organisation und Personen lassen sich die einzelnen Organisationsformen unterscheiden. Der Berater hat die Aufgabe, mit den Unternehmen Strategien zu entwickeln, die eine Verbesserung dieser Bereiche ermöglicht. „Die sehen nicht, was sie nicht sehen!“ ist eine klare Botschaft für alle BeraterInnen, unbekannte Seiten und Möglichkeiten zu beleuchten, um Entwicklung in Gang zu bringen.

Dabei ist es nach Fritz Weilharter besonders wichtig, die Unterschiede von Organisationen zu erfassen – herauszufinden, „wie eine Organisation tickt!“ Dazu braucht es Neugierde, Mut und Wissen.

Gemeinsam mit allen TeilnehmerInnen arbeiten wir im Seminar diese Unterschiede von einzelnen Organisationsformen heraus. Für diese Organisationsanalyse stellt er 5 Kategorien bereit, die untersucht werden:
• Kernaufgaben und Ziele
• Führungsmuster
• Personen – Kompetenzen – Regelungen
• Kultur – Werte und Muster
• Widersprüche und Konfliktpotentiale

In genauer Betrachtung werden dann die Unterschiede von Beratungseinrichtungen, ambulanten Betreuungseinrichtungen, Beratungsstellen, psychosoziale Einrichtungen, Klinik oder Produktionsfirmen sichtbar.

Und natürlich spielt auch das Thema Konflikt eine wichtige Rolle. Es gibt keine konfliktfreie Organisation, das ist zugleich die Chance, Veränderungsprozesse in Gang zu bringen.

In einem Dreier-Schritt macht er uns dann den Kern-Konflikt oder Basis-Konflikt jeder Organisation sichtbar:
1. Was erwartet die Organisation von ihren MitarbeiterInnen?
(Leistung, Zielerfüllung, Gehorsam, Anpassung, …)
2. Was erwarten die MitarbeiterInnen von der Organisation?
(Entlohnung, Wertschätzung, gute Bedingungen, Sicherheit, Freiheit, …)
3. Im Aufeinanderprallen dieser Erwartungen von oben nach unten und von unten nach oben ergibt sich ein Spannungspotential und Konflikte, die zwischen den Personen in der Organisation ausgetragen werden. In dieser inhomogenen Gruppe gibt es welche, die sich mehr anpassen wollen und welche, die mehr ihre Interessen durchsetzen wollen.

BeraterInnen und SupervisorInnen kommen dabei oft an die Grenze ihrer Möglichkeiten und sind nicht selten mit Konfusion und Überforderung konfrontiert. Das um und auf dabei ist, einen kollegialen Austausch zu pflegen, um sich gegenseitige Hilfestellungen und spezielles Wissen aus unterschiedlichen Kontexten zur Verfügung zu stellen. Allein ist man hier wirklich allein.

Die Forschungsreise a la Marlies Lenglacher – ein Stopp in einer Runde mit der Aufforderung, dass jedEr kurz berichtet, womit er gerade in seinem Kopf beschäftigt ist – rundet das Seminar fein ab.