SuperVision! Elfe Hofer


Modul F
Elfe Hofer: Supervisorische Ansätze aus der Existenzanalyse und der Verhaltenstherapie
20.04.2018 9.00-17.00 (8EH)

zusammengefasst von Christine Dander

Zu Beginn dieses Seminartages stellt Elfe Hofer einige allgemeine einführende Fakts und ihr Erfahrungswissen zur Verfügung.
Sie definiert das Ziel einer Supervision die Handlungsfähigkeit der Menschen zu vergrößern, sowie die Selbstwirksamkeit und Selbstreflexion zu erhöhen.
Elfe Hofer betont die Bedeutung einer sorgsamen Klärung, bevor man zu arbeiten beginnt; nicht wackelig starten! Eine klare Struktur ist wichtig: Versäumnisse bieten Einladungen für Schwierigkeiten. Etwa 10% aller Supervisionen zeigen problematische Verläufe.

Im Weiteren folgen einige Hinweise, die Elfe Hofer aus ihrer langen und reichen Berufserfahrung als hilfreich erachtet:
+ Umgang mit Schweigepflicht, wenn ein Supervisand aus der Gruppe fehlt. Was sagen die anderen ihm dann? Was kann man dem Chef sagen? Diese sensiblen Punkte gilt es, als Supervisor im Vorfeld zu besprechen.
+ Wie hoch soll die Feldkompetenz des Supervisors sein? Elfe Hofer meint „ ein bissl ist gut, zuviel ist nicht förderlich“.
+ Ein Supervisor soll auf jeden Fall die Allparteilichkeit gewährleisten können.
+ Inhalte im Einzelsetting handeln häufig von Kränkungen, im Gruppensetting hingegen sind Bloßstellung und Entwertung bedeutsame Themen.
+ der Supervisor nimmt eine Machtposition ein, eine Rolle mit einem hohen Einfluss und viel Verantwortung, eine Position, die aber auch ideal zum „Verheizen“ ist.

Folgende Metapher rundet die Einführung ab: Supervision kann wie eine Kugel aus Knetmasse betrachtet werden, die man flach drückt und nachsieht was da drin ist.
Aus dem existenzanalytischen Zugang kommt die Bezeichnung „Kopernikanische Wende“, damit ist die Veränderung der Sichtweise gemeint: von den Begründungen durch äußere Dinge zu dem, wie ich meinen Umgang damit gestalten kann.

In einem sehr spannenden Teil wurden verschiedene Begriffe und deren Umgang damit diskutiert, wie etwa: Fehler, Gewissen, Freiheit, Schuld/ schuldig bleiben, Verantwortung und Angst.
In der Existenzanalyse spricht man von 4 Grundmotivationen:
1. Kann ich sein?
2. Mag ich leben?
3. Kann ich mich achten?
4. Wohin führt das?
Anhand dieser Fragen wurde in der Gruppe ein Fallbeispiel praktisch erarbeitet. Zuerst wurden in Zweiergruppen mithilfe dieser 4 Grundmotivationen Aspekte erarbeitet, diese wurden dann in einer 4er Gruppen vom jeweils anderen mitgeteilt. Das Erarbeitete wird nun abschließend gesammelt, zusammengefasst, dargestellt und schlussendlich der gesamten Gruppe präsentiert. Diese Übungssequenz nennt sich Lernspirale.

Ein wichtiger verhaltenstherapeutischer Zugang in der Supervision bietet das SORK- Modell:
S Situation (auslösendes Ereignis)
O Organismus (Gedanken, Gefühle, Körperwahrnehmungen)
R Reaktion
K Konsequenz (kurz-/langfristig, positive/negative)

Aus dieser Herangehensweise zeigen sich neue Lösungsansätze und Handlungsalternativen. Dieses Modell kann einzeln, als auch in der Gruppe angewendet werden. Eine Übung mit diesem Modell zum Fallbeispiel von vorher, bildete den Abschluss dieses interessanten Seminartages mit Elfe Hofer.