SuperVision! Heidi Möller


Modul G
Heidi Möller: Was ist gute Supervision?
15.06.-16.06.2018 9.00-17.00 (16EH)

zusammengefasst von Barbara Laske

Zum Abschluss der Fortbildungsreihe Super! Vision! gelang es Heidi Möller nochmals den Bogen über die Inhalte des vergangenen Jahres zu spannen und uns zugleich einige neue Inputs auf den Weg mitzugeben.

Zunächst betonte sie wie wichtig eine gute Diagnostik der Organisation zu Beginn des Prozesses ist. Als SupervisorIn ist es wesentlich eine gemeinsame Problemdefinition mit allen Beteiligten herzustellen und sich hier nicht zu schnell verführen zu lassen, die (häufig von den AuftraggeberInnen) vorgegebenen Schilderungen zu übernehmen.
Wesentlich erscheint für eine „gute“ Supervision, dass immer alle drei Ebenen miteinbezogen werden. Es braucht die einzelnen Personen in ihrer Individualität, ebenso wie die jeweiligen Teams mit ihren unterschiedlichen Rollen und die Organisation als Gesamtes.

Hierbei vermittelte sie anhand einiger Übungen sehr eindrücklich, wie wesentlich die unterschiedlichen Rollen in einem Team sind. Sie unterschied vier verschiedene Rollen und betonte, dass alle vier gleich wichtig sind und nur wenn die unterschiedlichen Aufgaben abgedeckt werden, Teams wirklich gut arbeitsfähig sind. So braucht es „Mover“, die Neues initiieren und vor Ideen übersprudeln, diese sind auf das große Ganze orientiert und haben selten einen Blick für die Details ebenso wie „Opposer“, die diese Neuerungen kritisch hinterfragen und zugleich für Beständigkeit sorgen. „Follower“ führen die Alltagsarbeit verlässlich aus und sind sehr auf die Gruppe und deren
Zusammenhalt orientiert und „Bystander“ brauchen eher Abstand von der Gruppe, können dadurch aber gut neue Perspektiven aufzeigen und sind weniger in der Teamkultur gefangen.

Selbstverständlich können diese Rollen wechseln und sind als unterschiedliche, aber gleich wichtige Aufgabenbereiche in Teams zu denken. Ziel ist es, dass sich die SupervisandInnen ihrer eigenen Rolle und ihrer Organisation (wieder) selbstreflexiv zuwenden.

Als wesentlichen Aspekt guter Supervision betonte Heidi Möller auch, dass gut darauf geachtet wird, die in der Supervision erarbeiteten Massnahmen nachhaltig zu verankern, damit diese nicht kurze Zeit nach der Supervision wieder in Vergessenheit geraten.
Den letzten Nachmittag nutzten wir dafür unsere Gruppe als „Theaterensemble“ vorzustellen: Die einzelnen TeilnehmerInnen bekamen von den anderen Rollen in diesem Theater zugeordnet, entsprechend ihres Verhaltens in der Gruppe. Dann wurden wir dazu aufgefordert uns zu überlegen, welche Potentiale in Bezug auf den neuen Beruf der Supervisorin/ des Supervisors in der jeweiligen Rolle stecken bzw. welche Hürden und Gefahren möglicherweise auch darin enthalten sind.

Zum Abschluss der Weiterbildungsreihe machte Heidi Möller der Gruppe von TherapeutInnen
nochmals bewusst, dass Supervision ein neuer Arbeitsbereich ist, der andere Anforderungen und Herausforderungen mit sich bringt. Hier plädierte sie dafür, sich das bewusst zu machen und einerseits mutig zu sein und sich der beruflichen Veränderung zu stellen und sich zugleich darüber im Klaren zu sein, dass es einer gewissen Lehrzeit bedarf sich einen neuen Beruf anzueignen.