SuperVision! MODULE


Modul C
Jutta Fürst: Psychodramatische Techniken in der Supervision
22.09.2017 9.00-17.00 (8EH)

zusammengefasst von Christine Dander


Der Inhalt dieses Workshops gestaltete sich sehr praxisbezogen und nahe am Supervisionskontext. Jutta Fürst gelang es in einem präzisen, klaren und strukturierten Zugang psychodramatische Techniken anschaulich und brauchbar für das Arbeiten zu vermitteln. Die „Kraft der Szenen“ konnte durch das viele praktische Arbeiten erlebt werden.
Zu Beginn des Workshops konnten die Teilnehmer mittels soziometrischen Übungen erfahren wie „Bewegung bewegt“. Die sogenannten psychodramatischen Erwärmungstechniken dienen dazu eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen und in eine Spontanitätslage zu kommen.
Eine der anschließenden Aufgabenstellungen „Beziehungen in Skulpturen darstellen“(persönliche und als Supervisand und Supervisor) gestaltete sich sehr spannend und aufschlussreich.
Die Übung zur Thematik „Wie wünsche ich mir den Umgang mit meinem Fall?“ sollte die Wichtigkeit von Achtsamkeit und Behutsamkeit verdeutlichen. Je größer die Gruppe ist, desto wichtiger ist es Zeit dafür zu nehmen, einen Konsens in der Gruppe zu finden.
Aus psychodramatischer Sicht ist das Beziehungsgefüge besonders bedeutsam. Im Supervisionskontext umfasst das mehrere Ebenen. J. Fürst geht davon aus, dass die Fragestellung in der Supervision oder das gemeinsame Muster (in dem Fallbeispiel war es die „Einengung“) mit einer persönlichen Betroffenheit des/r Therapeuten/in verbunden ist.
J. Fürst spricht die Rolle des Supervisors an: Wie soll der Supervisor sein? Er soll ein großes Repertoire zur Verfügung haben und dies verändern können.
Damit im Zusammenhang steht die Lerngeschichte. Fragen wie „Welchen Elternteil hättest du dir gewünscht? Was hättet ihr gut gebraucht um gut lernen zu können. Was sollte ich nicht tun?“ bringen Informationen für den Supervisor bezüglich der Lerngeschichte. J. Fürst findet es wichtig die persönliche Ebene der Supervisanden/in miteinzubeziehen; in sorgsamer und achtsamer Weise.

Anhand eines Fallbeispiels wurden Techniken für Rollenwechsel, ein bedeutsames psychodramatisches Element, anschaulich demonstriert:
• Interview: eine Form jemanden in die Rolle zu bringen
• Innerer Monolog: Sag laut was du denkst!
• Doppeln: Supervisor spricht Gedanken und Gefühle in der Ich-Form aus und überprüft beim Supervisanden (Stimmt das so?).

Durch die Inszenierung z.B. mittels „Regiestuhltechnik“ (Th./Kl. gibt Anweisungen für die Inszenierung) gibt es die Möglichkeit, Gefühlen Ausdruck zu geben, die vergiften und lähmen und bisher keinen Raum hatten. Dadurch wird Entlastung erfahren und der Spielraum kann größer werden.

Abschließend betonte Jutta Fürst, die Bedeutung der Äußerung von Wertschätzung im Supervisionskontext, die im beruflichen Alltag nicht genügend vorhanden ist.


Literaturhinweis:
„Supervision in Psychodrama“
Experiential Learning in Psychotherapy and Training
von Hannes Krall, Jutta Fürst, Pierre Fontaine (Eds.)