SuperVision! MODULE


Modul A
Eva-Maria Kremsner: Systemische Methoden in der Supervision
20.05.2017 9.00-17.00 (8EH)


Eva-Maria Kremsner hat im theoretischen Teil ihres Workshops klar herausgearbeitet, was eine systemische Haltung in der Supervision bedeutet: sie ist nicht wertend sondern beobachtend und fragend.

PsychotherapeutInnen müssen darauf achten, ihre supervisorische Sicht von der psychotherapeutischen Sicht zu trennen. Daher ist es wichtig, gemeinsam mit den SupervisandInnen zu klären, was Vertraulichkeit im Team nach außen bedeutet und dass jeder für das, was er sagt Verantwortung trägt. Der Supervisor muss darauf achten, dass keine Beleidigungen, Diskriminierungen passieren.
Mit dem Team gemeinsam besprochene Rahmenbedingungen sind unabdingbar für einen guten Prozess, denn Supervision ist kein Konfliktmanagement und keine Selbsterfahrung. Das Beratungsformat muss zum Thema passen.

Es ist wichtig, dass Hierarchien innerhalb von Organisationen und Teams gewahrt und gestärkt und der Chef/die Chefin nicht geschwächt werden.
In praktischen Übungen erprobten die TeilnehmerInnen wie es möglich wird, von der (manchmal hinderlichen) Fachkompetenz zur Prozesskompetenz zu gelangen.

Der Supervisand formuliert selbst, was er durch den Supervisionprozess erfragen möchte. Um es ihm zu ermöglichen, selbst die Lösung für seine Frage zu finden, ist es sogar wichtig, das eigene Wissen als Supervisorin auszublenden, das System zu „verstören“ um neue Sicht- und Handlungsweisen dadurch zu ermöglichen.

Eine systemische Paradesupervison könnte folgendermaßen ablaufen:

1. Der Supervisand formuliert seine Frage
2. Er stellt den Fall kurz dar
3. Die übrigen Teilnehmer stellen Verständnisfragen
4. Die übrigen Teilnehmer bilden Hypothesen bzw. finden Ressourcen
5. Die übrigen Teilnehmer bringen Ideen/Vorschläge ein
6. Der Supervisand wählt neue Erkenntnisse/Hilfreiches aus
Der Supervisor strukturiert und moderiert den Prozess und hilft passende Formulierungen zu finden.

Eva-Maria Kremsner lehrte zum Abschluss überdies mittels praktischen Übungen die sogenannte „schamlose Intervention“ sowie die „orientalische Intervention“ - ein humorvoller, gelungener Abschluss eines intensiven Tages.